Die Filme des Bruno Sukrow

Man ist ja schnell versucht, Filme, die nicht alle Regeln des Hollywoodkinos befolgen und auf Profanitäten wie Budget scheißen, irgendwie ironisch zu gucken. Bei den Filmen von Bruno Sukrow geht das nicht. Bruno Sukrow ist ein 87-jähriger pensionierter Maschinenschlosser aus Aachen, der seine ganz eigene Vision von Spielfilmunterhaltung umsetzt. Er tut das anhand von Game-Engines, die zwar bislang nicht näher bezeichnet wurden, aber komfortabel genug sein müssen, um alle drei Monate einen gar nicht mal so kurzen Film rauszuhauen. Mittlerweile sind es 33, und zum Glück ist kein Ende in Sicht.

Der Irre von Thornhill (2014)

Maxime und ich sahen gestern Saturnus (2011, 30 Minuten) und Der Irre von Thornhill (2014, 60 Minuten) auf dem 17. Festival des deutschen psychotronischen Films “Besonders Wertlos“. Spätestens nach Kai Kricks enthusiastischer Ankündigung im Vorprogramm des uneingeschränkt empfehlenswerten Macho Man war nämlich klar, dass wir uns auch den Sukrow geben müssen. Krick, Mit-Initiator des Festivals, hatte nicht zu viel versprochen. Die beiden Filme geben einen unbezahlbaren Einblick Continue reading

Doom Selfie Stick Mod

Noch gestern Abend hatte ich eine Handvoll Leute gefragt, ob es nicht eine glänzende Idee wäre, sich für zehn Euro so einen Selfie Stick anzuschaffen. Drei sagten Nein, einer Ja und einer “zomfg”. Was gleichzeitig im Internet geschah, konnte niemand ahnen / ist einfach unglaublich / verschlägt mir die Sprache:

InstaDoom kommt mit 37 Instagram-Filtern und einem Drittelraster.

Pay non-humans for art

Diese Zelda-Gegner haben sich zum nonhuman-Kollektiv zusamengeschlossen und verhökern Plotter-Skizzen ihrer Laufwege gegen Bitcoin. Die Bilder gehen derzeit für 478 µBTC weg, was etwa 100 Euro entspricht. Nicht wundern, die Instagram-API braucht eine Weile:

Pay Zelda Enemies in Bitcoin for their Artwork: http://nonhumans.net

A video posted by nonhumans.net (@nonhumans_dot_net) on


All the market participation described above is technologically possible today. However, nonhumans agents are not yet legally-able to own property. In the meantime, nonhumans.net funds will be put in cold storage, with a multi-signature contract between its human trustees. (…)

Human trustees currently act as brokers, and are compensated a 49% brokerage fee for any art works they facilitate selling.

(via PK)
(auch relevant: BTC Datavis in Minecraft)

Post-Processing Terrains in Three.js

Habe mich gestern Nacht in Three.js versucht. Die Beispiele auf der Seite sind sehr umfangreich; vieles davon lässt sich auch als JavaScript-Analphabet irgendwie zusammenwursten. Das Resultat spielt sich wie eine Kreuzung aus Hunting Anubis und Philae-Footage mit digitalem Störrauschen. Gameplay gibt es noch keins:

threejs-glitch

Grundlage für dieses Ding war das Beispiel geometry/terrain/fog. Ich habe ein paar Parameter verändert und drei Filterbibliotheken eingebunden, VignetteShader.js, DigitalGlitch.js und FilmShader.js – in genau dieser Reihenfolge. Rückblickend versteht man dann auch, wie der #7DFPS-Beitrag Video Vision zustande gekommen ist.

Update: Version 1.1 hat einen strahlend grauen Himmel.

A Virtual Museum of Stolen Art

“For looted art go to your right, for art theft go to your left”, sagt der Audioguide. Ziv Schneider zeigt Werke, die von Interpol und FBI als gestohlen oder geplündert geführt werden. Aktuelle Ausstellungen: The Looting of Afghanistan, The Looting of Iraq und Famous Stolen Paintings:

Das Ding entstand vor wenigen Wochen an der New Yorker Tisch School und soll tatsächlich dazu dienen, den Wiedererkennungswert dieser Bilder zu steigern. Falls Ihr ein paar davon im Keller habt, könnt Ihr sie übrigens auch mit Artsteps ausstellen, ansonsten frohes Fahnden!

(via TCP)

#LD31 by @s_standke

Falls Ihr Sebastian Standke noch nicht kennt: Der Mann hat in den letzten zweieinhalb Jahren über 7000 Spiele vom Ludum Dare gezockt und gefiltert. Als kleine Verneigung filtere ich nun Sebastian Standke und präsentiere eine kleine Auswahl von #LD31-Spielen, die ich in irgendeiner Weise interessant finde und selbst mal anzocken werde. Empfehlungen findet Ihr auf Storify.

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Fornax Void: Wintermute

Aus gegebenem Anlass:

This video was created with the IBM PC version of 3D Construction Kit, a software by Incentive Software from 1991. (…) The sequences were captured in DOSBox and later recorded on VHS and routed through different old video manipulation devices, some of them circuit bent.

Next Level Recap

Wir sind zurück aus Dortmund und haben ausgeschlafen. Die zwei Tage lassen sich natürlich nicht in einen Blogpost gießen, deswegen umso kürzer: Schön war’s. Ein Schwerpunktthema war definitiv Virtual Reality. Christian Majewski nannte technische und menschliche Herausforderungen von VR-Environments (Beispiel Interface) und sieht die Oculus Rift vor allem geeignet für Slow Games und Walker. Katharina Tillmanns zeigte am Beispiel von Outcasted, wie sich mit der Brille überzeugend Emotionen vermitteln lassen.

Martin Geisler und Marco Siegmund sprachen über Sex und kamen zum Schluss, dass dem Medium eine Prise Aufklärungsunterricht ganz gut täte. Linda Kruse hingegen erzählte vom Gründen und zeigte Die besseren Wälder, das laufende Projekt ihres Studios The Good Evil. Die Unity-Welt ist neo-lowpoly, aber ganz dezent texturiert. Bin gespannt, wie das am Ende aussieht.

Am besten gefiel mir Peter Weibels Parforce-Ritt durch die Kunst- und Kulturgeschichte, von der erkenntnistheoretischen Neubewertung der artes mechanicae über die Erweiterung des erweiterten Kunstbegriffs bis hin zur globalen citizen science dank Foldit und Eyewire. Das war verständlicher als es klingt und riecht nach einem Buch, das ich lesen würde. Sloterdijk nennt Weibel übrigens in einem Zug mit Kittler und Luhmann.

In weltlicheren News plant die bpb ein Barcamp und einen Game Jam für politische Spiele – das werden wir hier sicherlich auf dem Schirm behalten und entsprechend begleiten. Weitere Takeaways: Aerosmith machen mehr Kohle mit Guitar Hero als mit Tonträgern, die Sinus-Milieus sind Kartoffeln und Romane lesen sich schneller, wenn man die Dialoge weglässt. Bis zum nächsten Jahr, Next Level!

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