Category Archives: music

End of Light

Frisch in meinem Feed gelandet ist End of Light von Cassie McQuater, ein “music video game” zum Sound von Jónó Mí Ló. End of Light ist eine Clipping-Hölle aus Emojis, Cursor Icons, Palmen, Delfinen und weiterem 2D/3D-Detritus. Das riecht nach Gemeinplätzen von vor drei Jahren, denkt Vaporwave aber weiter als z.B. Papsi Manlet:

McQuater entfernt sich mit der ganzen Glitcherei von ihrem Erstling NO FUN HOUSE, der noch etwas mehr von Prefab-Halden à la ▲Nø♦C1iP▲ hatte, vor allem farblich. Vielleicht verhält sich End of Light zum Virtuellen wie dieses Black Dice-Video zum TV-Bewegtbild, vielleicht ist es auch einfach ein notwendiger Schritt auf dem Weg zum interaktiven Paul Sharits.

Fornax Void: Wintermute

Aus gegebenem Anlass:

This video was created with the IBM PC version of 3D Construction Kit, a software by Incentive Software from 1991. (…) The sequences were captured in DOSBox and later recorded on VHS and routed through different old video manipulation devices, some of them circuit bent.

Musical Genre Tag Cloud

Glenn McDonald, “genre taxonomist” beim Spotify-Partner The Echo Nest, hat seinen Rechner eine hübsche Schlagwortwolke zusammenklauben lassen. Wie schon die Evolution of Dance Music und andere Genre-Bäumchen versucht sich auch “Every Noise at once” an einer Kartierung von Musikstilen mit passenden Sound-Schnipseln. Das hier ist nur ein Ausschnitt:

Musical Genres Tag Cloud

Das Ganze ist natürlich nicht perfekt. Als Hörprobe für Vaporwave dient “Summer Echoes” von Sand Circles, dabei hat der Mann mit Vaporwave gar nichts am Hut. Sein großartiges Album “Motor City” sei trotzdem jedem ans Herz gelegt, das läuft hier seit über zwei Jahren rauf und runter.

(Danke fürs Einsenden, Tobi!)

Vaporwave Game Jam

Vor ein paar Monaten sah ich James Ferraro am Ebertplatz. Er spielte ein ganz anderes Set als noch vor zwei Jahren im Stadtgarten, damals legte er mongolischen oder tuvanischen Obertongesang über einen Rave-Beat. Diesmal gab es einfach 60 Minuten lang irgendwelche kaputten Werbesamples. Im Hintergrund lief ein Standbild aus Terminator 1.

Ein paar Leute gingen vorher raus, weil sie nicht wussten, was sie erwartet. Hinterher sprach man über Vaporwave und durfte sich wahlweise anhören, dass man ein versnobter Kunsttyp ist oder ein versnobter Kunsttyp, je nachdem, ob einem die Vorstellung gefallen hatte oder nicht. So ist das in Köln, mir gefiel’s.

vaporwave_game_papsi_manlet

Ebenso schön zu sehen, dass sich nun ein Vaporwave Jam dieser Formensprache angenommen und Spiele wie bluetooth dream oder das oben abgebildete PapsiManlet hervorgebracht hat (see Saint Pepsi). Zweites spielt sich wunderbar hirnrissig und erinnert mich fast ein bisschen an Slave of God. Es ist ganz bestimmt eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Als nächstes mache ich mich an eine “prozedural generierte First Person Shopping-Simulation” namens  Mall Quest und hoffe, dass Ihr das gleiche tut. Zu offensichtliche Anspielungen auf “Vaporware” seien hier verkniffen.

Interactive Clubnight Cologne

Samstag hatte ich ein bisschen auf der Interactive Clubnight im Stadtgarten mitgemischt, Leuten bei Super Crate Box geholfen und sowas. Nebenan gab es ein druckvolles Set von Jackson and his Computerband (Warp), aber dieser kleine Gamesfloor war mindestens so voll wie die große Halle:

Zur Rechten lag der Fußcontroller von SkaterMario, mit dem The Good Evil im vergangenen Jahr den Interactive Cologne-Publikumspreis abgesahnt hatten. Weiter links stand das IGF-prämierte 140. Kurator Martin hatte außerdem sein Evoke-Projekt Hello Snakey !! mitgebracht, eine Snake-Adaption mit Twitter-Input. Ob Twitch davon wusste?

Nicht minder einfallsreich war Fingle von GameOven, eine Art Touchscreen-Twister für zwei Spieler. Verblüffend naheliegende Idee, trotzdem noch nie gesehen. Banned on Vulcan!

Game: NO WAVE

Nach Slave of God nun der 80s-Clubsimulator No Wave – mit tollem Swans-Soundtrack und auch sonst wundervoll abgeranztem Flair. Entstanden in 48 Stunden und komplett im Browser spielbar. Auch hier gilt leider: nichts für Epileptiker.

no-wave-game

You are Jim, a man from Brooklyn. You discover the underground life of New York. Someone told you to go out, but you’re asking “Why?”. And the answer is: “Life is in the streets, in music, not only in your flat”.

Hab’ übrigens die Grüne genommen.

(via Der Metabolist)

The Computer Orchestra

Hat jemand 25 Macs übrig? Mit The Computer Orchestra könnten wir die Stimmen der Simpsons aufnehmen und unsere eigene Muppet Show dirigieren. Oder Julianna Barwick loopen und eine Ode an die Loops von Julianna Barwick komponieren:

The Kinect detects the director’s movements and transmits the data to Processing via the SimpleOpenNI library. Processing then sends a signal to the corresponding computers via wifi. These then play the samples that are assigned to them and generate a visual derived from the outgoing sound.

Wir könnten auch die komplett derangierten YouTube-Hassreden über Conchita Wurst einsprechen, um 800% verlangsamen, orchestrieren und als abstoßenden Feedback-Loop in die Commentghettos zurückspielen (dirigiert von Conchita Wurst).

(via Neural)

Live Coding Visuals with Cyril

Warum einfach, wenns auch kompliziert geht? Weil Du auch lieber live statt Playback hörst. Livemusik lässt sich ja schon seit einer Weile maschinenlesbar schreiben. Und fürs VJing per Konsole gibt es jetzt eine offene Sprache namens Cyril, inklusive Detektoren für Bassdrum, Snare und Hi-hat:

Cyril ist noch ganz frisch, und wenn ich die Referenz richtig lese, gibt es noch keine Signalfilter. Es könnte also noch ein bisschen dauern, bis die Resultate aussehen wie Livesets von Maria Klingenberg. Aber vielleicht ist der glatte Jahrtausendwende-Futurismus von Cyril Beta 3 dann schon wieder nischig hip?

(via Martin)