Category Archives: music

Interactive Clubnight Cologne

Samstag hatte ich ein bisschen auf der Interactive Clubnight im Stadtgarten mitgemischt, Leuten bei Super Crate Box geholfen und sowas. Nebenan gab es ein druckvolles Set von Jackson and his Computerband (Warp), aber dieser kleine Gamesfloor war mindestens so voll wie die große Halle:

Zur Rechten lag der Fußcontroller von SkaterMario, mit dem The Good Evil im vergangenen Jahr den Interactive Cologne-Publikumspreis abgesahnt hatten. Weiter links stand das IGF-prämierte 140. Kurator Martin hatte außerdem sein Evoke-Projekt Hello Snakey !! mitgebracht, eine Snake-Adaption mit Twitter-Input. Ob Twitch davon wusste?

Nicht minder einfallsreich war Fingle von GameOven, eine Art Touchscreen-Twister für zwei Spieler. Verblüffend naheliegende Idee, trotzdem noch nie gesehen. Banned on Vulcan!

Game: NO WAVE

Nach Slave of God nun der 80s-Clubsimulator No Wave – mit tollem Swans-Soundtrack und auch sonst wundervoll abgeranztem Flair. Entstanden in 48 Stunden und komplett im Browser spielbar. Auch hier gilt leider: nichts für Epileptiker.

no wave game on nerd gold blog

You are Jim, a man from Brooklyn. You discover the underground life of New York. Someone told you to go out, but you’re asking “Why?”. And the answer is: “Life is in the streets, in music, not only in your flat”.

Hab’ übrigens die Grüne genommen.

(via Der Metabolist)

The Computer Orchestra

Hat jemand 25 Macs übrig? Mit The Computer Orchestra könnten wir die Stimmen der Simpsons aufnehmen und unsere eigene Muppet Show dirigieren. Oder Julianna Barwick loopen und eine Ode an die Loops von Julianna Barwick komponieren:

The Kinect detects the director’s movements and transmits the data to Processing via the SimpleOpenNI library. Processing then sends a signal to the corresponding computers via wifi. These then play the samples that are assigned to them and generate a visual derived from the outgoing sound.

Wir könnten auch die komplett derangierten YouTube-Hassreden über Conchita Wurst einsprechen, um 800% verlangsamen, orchestrieren und als abstoßenden Feedback-Loop in die Commentghettos zurückspielen (dirigiert von Conchita Wurst).

(via Neural)

Live Coding Visuals with Cyril

Warum einfach, wenns auch kompliziert geht? Weil Du auch lieber live statt Playback hörst. Livemusik lässt sich ja schon seit einer Weile maschinenlesbar schreiben. Und fürs VJing per Konsole gibt es jetzt eine offene Sprache namens Cyril, inklusive Detektoren für Bassdrum, Snare und Hi-hat:

Cyril ist noch ganz frisch, und wenn ich die Referenz richtig lese, gibt es noch keine Signalfilter. Es könnte also noch ein bisschen dauern, bis die Resultate aussehen wie Livesets von Maria Klingenberg. Aber vielleicht ist der glatte Jahrtausendwende-Futurismus von Cyril Beta 3 dann schon wieder nischig hip?

(via Martin)

The sound of the cloud

Matt Parker war für Cities and Memory unterwegs und hat die surrenden Server der Birmingham City University aufgezeichnet, um daraus Musik zu machen. Die Originalaufnahme klingt noch wie ein 40dB-Lüfter im Hochsommer, aber der Remix steht gleich neben Megaptera und Demdike Stare:

The idea is to highlight the physical nature of ‘cloud computing’ and to remind people that whilst their phones might be sat silently in their pockets, somewhere out there, a huge hive of hard drives and fans is spinning around frantically; managing our digital identities.

Matt plant fürs nächste Jahr übrigens eine kleine Rundreise durch Europa, von Rechenzentrum zu Rechenzentrum. Bis sein Debütalbum dann in die Cloud leakt, begnügen wir uns mit Soundhäppchen auf Tumblr.

(via The Atlantic)

Lego Acid House

Schöne Lego-Installation von @alexallmont, ausgestellt bis vor wenigen Wochen auf dem Oxforder AudioGraft-Festival, und ausführlich auseinandergenommen auf YouTube. Klingt im letzten Drittel wie DJ Pierre oder Omar-S in Zeitlupe und macht Lust auf mehr:

Play house is an automata that mechanically computes and performs hooky and hypnotic acid house. Like a generative musical loom, a single drive turns a sequence of LEGO gears, levers and latches that mutate riffs and rhythm patterns.

Gesehen bei Das Filter, deren Newsletter Ihr unbedingt abonnieren solltet. Alte Kollegen aus De:Bug-Zeiten mit frischem Projekt.

Generative 8-bit Music

Viznut hat ein C-Programm mit Audio-Output geschrieben und nach dem Lustprinzip Einzeiler komponiert, die alle notwendigen Parameter kontrollieren. Browserbasierte Tools zum Selberfrickeln gibt es mittlerweile von Bemmu und Paul Hayes, letzteres mit WAV- und OGG-Export. Achtung, laut:

8 bit generative composer on nerd gold blog

In den Kommentaren bei Viznut finden sich schon ein paar hübsche Loops, aber Vieles klingt eher nach Lärmkunst auf Éditions Mego. Dieses Stück allerdings erinnert mich entfernt an eine Bassline aus dem Hotline:Miami-Soundtrack, und dieses an Sunn O))). Das Beste ist dieser Algo-Noise-Regen. Oder ist es doch Vinyl?

Periodic Table of TV Tropes

James Harris hat für die TV Tropes-Datenbank dieses lustige Periodensystem der Motive und Klischees gebaut. Über die gelungenste Übersetzung von “Tropes” kann man übrigens lange klugscheißen, man kann aber auch einfach die Eleganz des Firefly- oder Death Note-Moleküls bewundern:

tv tropes periodic table storytelling on nerd gold blog

Ich frage mich seit Jahren, weshalb es etwas Vergleichbares nicht auch für musikalische Motive gibt. Vielleicht hätten wir dann früher herausgefunden, dass Dimmu Borgir einen Amiga hatten oder Tokio Hotel bei den Bauten klauten (autsch).